Umundu Festival in den Startlöchern

Umundu Festival in den Startlöchern

Es könnte so schön sein

Im zehnten Jubiläumsjahr wird das Umundu gemeinsam mit Expert*innen und Besucher*innen aus verschiedenen Perspektiven nach möglichen Zukünften Ausschau halten, die dem Prinzip der Nachhaltigkeit folgen oder die uns bereits als „best practice“-Beispiele motivieren. Wo sind all die Utopien hin? Wenn ihr mehr dazu hören, sehen, fühlen und schmecken wollt, kommt am 26.8. zum Markt der Utopien in‘s Riesa Efau, vom 28.bis 30.09. mit dem Symposium ebendort und ab 1.10. zur Festivalwoche dresdenweit.

Picknickkino in Progess

Im Gemeinschaftsgarten sitzen viele Menschen auf einer Picknickdecke und schauen sich einen Kinofilm an.
Sommerkino im Hechtgrün

Wir haben euch bei Facebook gefragt, welchen der zwei erfolgreichsten Filme des letztes Festivals ihr in der lauschigen Atmosphäre eines Gartens nochmal sehen möchtet. Unter allen Teilnehmenden der Umfrage haben wir ein Buch aus unserem Fundus verlost. Das Ergebnis war knapp: „My Stuff“ wurde Anfang Juni kostenlos im Gemeinschaftsgarten Hechtgrün gezeigt und hat 150 Menschen auf den Picknick-Decken zusammengebracht. Trotz ein paar Tröpfchen Regen gegen Ende, eine rundum gelungene Veranstaltung. Dem soll auch hier mit einem großen Dankeschön an das Hechtgrün für Garten-zur-Verfügungstellung und Bemmen schmieren Rechnung getragen werden. Werden wir auf jeden Fall nochmal machen, also haltet die Augen und Ohren offen, damit ihr es nicht verpasst.

Programm in Progress

Es handelt sich um eine Eintrittskarte für ein nachhaltiges Festival.
Das Umundu Festival Ticket 2018

Die Anmeldungen für die Festivalwoche sind seit Ende Mai abgeschlossen. Nun wird gedrückt und geschoben, gedreht und gezerrt. Gleichzeitig ist die Planung für das Symposium in vollem Gange und an der angemessenen Optik wird freudig gefeilt. Ende August wird alles im Programmheft vereint auf eurem Frühstückstisch liegen. Aber auch vorher wird sicherlich der ein oder andere Programmpunkt durchsickern. Unsere stamm- und abenteuerlustigen Gäste haben sich bereits online
Tickets
gesichert.

Der nächste „Must“-Eintrag im Kalender ist unser Markt der Utopien am 26.08. im Innenhof des Riesa Efau. Von 13 bis 18 Uhr stellen lokale Initiativen interaktiv ihre Arbeit und Inspiration für die Zukunft vor. Damit ihr genug Freiraum für eure Ideen habt, versuchen wir gerade die Straße nutzbar zu machen.
Die Hitze hat unser „Pie in the sky“-Format zu einer verfrühten Sommerpause genötigt , weshalb wir die Zeit nutzen und unsere Gedanken fließen lassen, wie wir nochmal dicker auftragen können. Bleibt dran, wir teilen rechtzeitig mit, wie es weitergeht.

Personen in Progress & Unterstützung gesucht

Bleiben Wir freuen uns, dass Katja nun ein Teil des Kern-Teams geworden ist und im Bereich Ehrenamt, Markt und Festivalwoche, sowie an den vielen anderen Baustellen weiter mitwirkt
Ein Stück mitwachsen Ende Juni ist Wiebke regulär aus dem Teamnest Richtung Leipzig ausgeflogen, wir bedanken uns alle sehr für die starke Unterstützung im ganzen vergangenen Jahr. Anna ist im Juni und Juli unsere Praktikantin. Ab August übernimmt Lisa dann den Stab.

Ihr wollt das Umundu- Festival aktiv unterstützen? Ihr packt gerne an oder habt Lust mit der Kochgruppe den Kochlöffel zu schwingen und leckere vegane Rezepte kennenzulernen? Meldet euch bei email hidden; JavaScript is required. Wir brauchen euch!

Streetfood in der Markthalle

Streetfood in der Markthalle

Frühlingsedition 22. April 2018

Auch 2018 haben wir uns wieder zur Aufgabe gemacht, Bildung mit Genuss zu verbinden und über 20 Streetfood Anbieter*innen aus Dresden und Umgebung in die Neustädter Markthalle eingeladen. Dieses Mal haben wir uns besonders über ein paar neue Gesichter gefreut, wie beispielsweise „Susi Sorglos“, die mittlerweile ihre veganen Gerichte auch regelmäßig auf dem Wochenmarkt am Alaunplatz anbietet. Aber auch alte Bekannte, wie der Stand zum Glücklichen Wetterhahn – bekannt vom allerersten Gang im September 2015 – waren dabei.

Eine Besucherin des Marktes kauft eine Kostprobe bei einem Showkoch ein.
Onkel Franz bespielten wieder einmal unsere Show Küche im Herzen der Markthalle

Einblicke in die Hintergründe umweltschonender, gesunder und fairer Ernährung gab es unter anderen durch Stände der Lebensmittelretter oder des BUND – welcher zusammen mit uns auch den Markt auf der Bühne eröffnete. Workshops (z.B. Samenbomben basteln und Portemonnaies aus Tetra Packs basteln) und Vorträge (Plastikfreies Leben) rundeten den Tag auf spannende, informative und abwechslungsreiche Weise ab.
Zufriedene Standbetreiber*innen, positives Feedback satter Besucher*innen und schönstes Wetter lassen uns auf einen gut besuchten und gelungenen Streetfood Markt zurückblicken und wir freuen uns schon auf die nächste Ausgabe im Herbst.

Sukuma Award: Das Ende vom Anfang

Sukuma Award: Das Ende vom Anfang

1.Klappe, die Letzte!

„Auf Anfang – und bitte“ sagte Potsdamer Regisseur Thomas Frick sehr häufig zu uns im Mai. Es hat sich gelohnt, denn nun haben wir die Dreharbeiten zu den diesjährigen Sukuma Award Spots unter dem Motto „Dein Urlaub hat Gewicht – Nachhaltiges Reisen“ abgeschlossen.

Ein Schauspieler wird beim Dreh am Flugzeugnotausgang mit einem Laubbläser benebelt.
Filmdreh Dresden Mai 2018 in Stölln

Bei traumhaftem Hollywood-Wetter haben wir mit dem/r Schauspieler*in Christian Mark und Katja Rogner an der Elbe gepicknickt und sind mit der „Lady Agnes“ – eine IL-62 der ehemaligen DDR-Luftfahrtgesellschaft Interflug – in Stölln durchgestartet. Auch in Leipzig ließ uns das Wetter nicht im Stich und wir verwandelten ein Einfamilienhaus mit Badeteich in eine Filmkulisse, um eine Invasion von Tourist*innen und das Schlachtfeld, welches sie mitunter hinterlassen, filmisch einzufangen. Dabei unterstützte uns zum wiederholten Male die Leipziger Schauspielerin Annett Sawallisch sowie unzählige Statist*innen aus der freien Theaterszene vor Ort. Chemnitz bleibt uns in Erinnerung, weil wir mit tollen Action-Szenen sowie mit dem unschlagbaren Schauspieler*innen-Dreiergespann um Isabelle Weh, Michael-Paul Milow und Anne Diedering den betrieblichen Alltag im Reisebüro am Rosenhof ganz gründlich durcheinanderbrachten.

Zwei Kunden kippen vom Hocker im Reisebüro.
Filmdreh Chemnitz Mai 2018

Die Dreharbeiten sind für uns ein Projekthöhepunkt und jedes Jahr sind wir aufs Neue dankbar für so viel Unterstützung und Engagement. Ohne unser Filmteam um ravir film GbR, Thomas Frick und zahlreiche ehrenamtliche Unterstützung wäre die Umsetzung des Sukuma Awards undenkbar.

Wer die brandneuen Sukuma Spots, nach den Premieren in Leipzig, Chemnitz und Dresden miterleben möchte, den laden wir recht herzlich zur Vorführung am 6. August beim Palaissommer ein.

Mehr Fotos der Dreharbeiten findet ihr auf Facebook.

2. weitere Premierentermine:

Sukuma Award Premiere Filmnächte Chemnitz: 28.07.18
Sukuma Award Premiere Filmnächte am Elbufer Dresden: 26.07.18

3. neues Jahresthema:

In einer mehrheitlichen Abstimmung in der Louise 93 wurde nun auch bereits das neue Fokusthema für das Jahr 2018 festgelegt. Unter vielen interessanten Themenvorschlägen hat sich das brandaktuelle Thema „Digitalisierung und Automatisierung“ durchgesetzt. Die Recherche im Team läuft nun auf Hochtouren. In Leipzig hat bereits der erste Infostand auf der Ökofete, dem größten Umweltfest Mitteldeutschlands, stattgefunden. Es bleibt also spannend!

4. Nominierung für einen Filmpreis

Filmdreh Beerdigung in Dresden 2016

NaturVision Filmfest ist ein Nachhaltigkeitsfilmfestival, welches vom 19. bis 22. Juli 2018 Filme zu Nachhaltigkeit, Kurzfilme zum Thema Plastik sowie Tier- und Naturdokus zeigt.
Für die Wettbewerbskategorie „Die Unendlichkeit des Plastik“ wurde der Sukuma- Award Spot „Die Beerdigung“ aus 250 Einsendungen, als einer von zehn Kurzfilmen nominiert und ist in Ludwigsburg auf der Leinwand zu sehen.

Wir werden selber vor Ort sein und auch an dem Workshop zum Thema „nachhaltige Filmproduktion“ teilnehmen und neue Erkenntnisse sowie Informationen in unseren Projektalltag integrieren.

 

Stories of Change- Auftakt 2018

Stories of Change- Auftakt 2018

Nachhaltig Wirtschaften? – Change by Design not by Desaster!

Seit diesem Jahr möchten wir neben lokalen Initiativen – die sich für einen sozialen, ökologischen und ökonomischen Wandel in Sachsen einsetzen – auch Unternehmer*innen zum Thema „Nachhaltig Wirtschaften?“ vor die Kamera holen. Seid gespannt, welche Nachhaltigkeitsvorbilder unser Filmteam diesen Sommer begleiten wird. Die Premieren finden wieder Anfang Oktober während des Umundu-Festivals in Kooperation mit dem Klimaschutzstab der Stadt Dresden statt.

Am 03.05.2018 fand unsere Auftaktveranstaltung zum Thema „Nachhaltig Wirtschaften? – Change by Design not by Desaster!“ im Impact Hub statt.
Ungefähr 100 Interessierte – darunter auch Aktive lokaler Initiativen und lokale Unternehmer*innen – wurden über Wege und Potenziale des nachhaltigen Wirtschaftens miteinander in den Austausch gebracht.

Ein Referent hält einen Vortrag.
Andreas Huber- Club of Rome

Andreas Huber (Geschäftsführer der deutschen Gesellschaft Club of Rome) eröffnete den Abend mit einer motivierenden Rede zur Notwendigkeit des alternativen Wirtschaftens. „Wir stellen heute die Weichen für die Welt, in der unsere Kinder in 20 Jahren leben werden. Die Menschen, die dann leben, werden auf unsere Generation schauen und fragen: ‚Was hast du getan?‘ Jeder muss entscheiden, wie er oder sie von den künftigen Generationen gesehen werden will: Als Verhinderer oder als Veränderer?!“

Mit einem kurzen Straßeninterview von der Hauptstrasse in Dresden wurden die Teilnehmenden auf die anschließenden Murmelrunden eingestimmt. “Was fällt dir zum Thema Nachhaltigkeit ein?“„Welche Geschichten des Wandels aus Dresden kennst du?“

Danach konnten alle Gäste an Thementischen mit Nachhaltigkeitsexpert*innen, lokalen Initiativen und Unternehmer*innen, welche einen Wandel in der Wirtschaft bereits aktiv mitgestalten, in den Austausch treten.

Am Thementisch „Nachhaltig Starten mit Crowdfunding“ erläuterte Lilli Landmann (Startnext) die Möglichkeit für junge Startups, Ideengeber und Tüftler, ihre Projektidee von der „Crowd“ auf Erfolg und allgemeines Interesse testen zu lassen. Bei Crowdfunding handelt es sich um eine demokratische Form der Kapitalbeschaffung zur Umsetzung von Projektideen. Es herrscht eine sehr hohe Transparenz durch regelmäßige Updates des Projektverlaufs. Crowdfunding ermöglicht bereits zu Beginn einer Unternehmung, eine finanzielle Unabhängigkeit von großen Investoren.

Das Publikum unterhält sich.
Die Murmelrunde

Am Thementisch „Perspektivenwechsel – Nachhaltigkeit braucht Überzeugung“ lud Manuel Lenk (Business Coach/Potenzialspezialist) die Teilnehmer*innen zu einem Rollenspiel ein. Die Teilnehmer*innen erkannten schnell, dass unterschiedliche Kompetenzstufen und Motive als Ausgangslage für das eigene Handeln dienen und zugleich auch für einen möglichen Wandel und Veränderung verantwortlich sind. Die wichtigste Erkenntnis war, dass wir – nur in dem wir aufeinander zugehen – wirklich zuhören und den anderen mit seinen Motiven und Vorstellungen verstehen können. Zudem wurde klar, dass solange ich intuitiv etwas falsch mache (unbewusste Inkompetenz), ich mir auch keiner Schuld bewusst bin und keinen Veränderungswillen entwickle. Erst mit der Erkenntnis einer falschen Intuition (bewusste Inkompetenz), mache ich mich auf die Suche nach einer Lösung (bewusste Kompetenz) und integriere es, meinen Werten und Motiven entsprechend in mein Leben (unbewusste Kompetenz). (Gutes Beispiel: Coffee to go– Becher)

Am Thementisch mit Toni Kiel (plant values) wurde über Unternehmenskultur und Wege zur Transformation in Unternehmen gesprochen. Hier waren auch das Startup nu+cao dabei und andere Mitarbeiter*innen von Kleinunternehmen, die von ihren Erfahrungen sprachen, Nachhaltigkeit am Arbeitsplatz selbst einzubringen. Toni Kiel unterstrich, dass Nachhaltigkeit mehr als ein einzelnes Produkt, eine Umweltkampagne oder mal ein MitarbeiterInnen-Programm sein soll. Nachhaltigkeit muss in den Köpfen der Menschen bei der täglichen Arbeit im Unternehmen und auch beim Blick auf das Unternehmen stattfinden. Unternehmen sind Teil der Gesellschaft und zugleich jeweils eine eigene Gesellschaften (GbR, UG, GmbH, AG)! In Gesellschaften bilden sich Kulturen heraus, also „Systeme von Regeln und Gewohnheiten, die das Zusammenleben und Verhalten von Menschen leiten“. Die meisten Unternehmen stellen Regeln bzgl. Nachhaltigkeit auf. Das bedeutet jedoch Stress und Druck für Mitarbeitende und Kosten für das Unternehmen. Es braucht schrittweise Veränderungen, Partizipation auf Organisations- und Entscheidungsebene. Erfolgreiche Mischformen wie Holokratie, in der selbstverantwortliche Bereiche gebildet werden und Verantwortlichkeiten rotieren sowie demokratische Entscheidungsprozesse wurden am Beispiel von Soul Bottles, Einhorn-Kondome oder Premiumcola beschrieben. Wichtig ist es, die Wertebasis – das Selbstverständnis eines Unternehmens – gemeinsam zu entwickeln, dann leitet sich daraus auch alles andere ab. Als Beispiel nannte Toni Kiel das „Shared Vision“ Konzept des Herstellers von Outdoor-Bekleidung Patagonia, wo Unternehmen, Mitarbeiterinnen und Kundinnen die gleiche Vision verfolgen.

Eine Frau hält 6 bunte Luftballons in der Hand.
Moderatorin Esther Heinke

Silke Hohmuth und Christiane Demmler von der GWÖ-Regionalgruppe Dresden übernahmen die Workshopleitung zum Thema „Gemeinwohl-Ökonomie aus der Praxis“. Die Gemeinwohl-Matrix wurde vorgestellt. In der Vorstellung der GWÖ, ersetzt ein Bruttoglücksprodukt das Bruttoinlandsprodukt. Menschenwürde, Solidarität, ökologische Nachhaltigkeit, Demokratie werden mit einer Gemeinwohlbilanz Silke Hohmuth und Christiane Demmler eines Unternehmens und seiner Berührungsgruppen bewertet. Das Ziel des Wirtschaftens ist das Gemeinwohl. Nach dem kurzen Impuls eröffnete Silke Hohmuth eine lebendige Diskussion über die Frage: Welche Veränderung wünscht ihr euch für ein gutes Leben in Dresden, angelehnt an die Werte und aus Sicht der Berührungsgruppen der Gemeinwohl-Matrix?

Prof. Edeltraud Günther vom PRISMA/TU-Dresden: Zentrum für Nachhaltigkeitsbewertung und -politik beantwortete an ihrem Thementisch vor allem die „Frage WIE rechnet sich Nachhaltigkeit?“ und erklärte an Beispielen, wie alternative Geschäftsmodelle aussehen können. Dabei ging sie auch auf die Chancen und Herausforderungen der Nachhaltigkeit für die sächsische Industrie ein und formulierte 12 Thesen. Ziel der dem PRISMA zugrunde liegende Analyse ist es, Sachsen auf die anstehenden Herausforderungen vorzubereiten, um damit verbundene Potentiale zu nutzen. Die Transformation durch die Landespolitik sollte bereits heute aktiv gestaltet werden, um den Freistaat Sachsen in einem sanften Strukturwandel nachhaltig weiterzuentwickeln.

Eine Referentin diskutiert mit den Teilnehmern des Workshops an einem großen Tisch.
Workshop mit Lilli Landmann

Am Abend wurden viele inspirierende Vorbilder vorgestellt und gezeigt, dass nachhaltiges Wirtschaften sehr wohl geht. Oft erwies sich ein nachhaltiger Ansatz auch als ökonomischer, wenn man z.B. an Kreislaufwirtschaft statt Wegwerfen denkt. Das Achten weiterer Kriterien (siehe GWÖ), weg vom Streben eines BIP-Wachstums, rückt mehr und mehr in die Wahrnehmung von Unternehmen. Doch leider wird meist das „Falsche“ belohnt und es ist damit sehr teuer, das „Richtige“ zu tun. Der politische Rahmen muss sich ändern. Die Basis allen nachhaltigen Handelns werden die Überzeugung und die Aha-Effekte jedes Einzelnen bleiben, die können dann auch andere Unternehmensstrukturen erschaffen. Das Narrativ muss sich ändern und man soll auch „Mensch sein“ dürfen. Dieser Wandel erfordert Selbst-Bewusst-Sein, um einen Perspektivwechsel überhaupt zu zu lassen. Kulturwandel erfolgt nicht durch Ergebnisse, sondern im Prozess und durch einen (meist mühsamen) Diskurs.

Komm in unser Filmteam!

Ein Zusammenschluss von professionellen Filmschaffenden und Laien unterstützt uns jährlich bei der Produktion von inspirierenden Filmen fürs Kino, Social Media, Straßenkinos und bundesweiten Film- und Kunstfestivals. Möchtest du eine Wandelgeschichte für SOC verfilmen oder ein bestehendes Filmteam diesen Sommer bei den Drehs unterstützen?

Melde dich bei Anne: email hidden; JavaScript is required oder 017663046322.

Stories of Change wurde 2017 mit dem Preis Lokale Agenda 21 für Dresden ausgezeichnet und ist jetzt für den Deutschen Engagementpreis nominiert.

Fotografin: Katharina Grottker

Na dann machen wir mal!

Statement des Sukuma arts e.V. zur #nadannmachdoch Kampagne für den Erhalt von Gemeinwohlräumen in DD

„Es wird eng in Dresden. Die Mietpreise steigen drastisch und nicht nur bezahlbare Wohnräume werden knapp; ebenso verschwinden die Orte in Dresden, an denen ein soziales und kulturelles Miteinander gelebt werden kann. Jüngste Beispiele für den Kampf um Raum für gesellschaftliches Engagement sind die Könneritzstraße 25, die Lößnitzstraße 14, die Ostrale und die Robotron-Kantine. Der ungebremsten Spekulation mit dem Boden der Stadt fallen ausgerechnet Jene als Erste zum Opfer, die Dresden gestalten, um öffentliche Lebensqualität zu sichern und nicht in erster Linie renditeorientiert agieren.“

So eröffnen unsere Freunde vom Konglomerat e.V. ihre aktuelle Kampagne, mit der sie inbesondere die Kulturhauptstadt-Bewerbung der Stadt kritisch hinterfragen:

„Derweil singt die Kulturhauptstadtbewerbung das Hohelied der Beteiligung und wirft der Stadtgesellschaft ein neckisches »na dann mach doch« entgegen. Angesichts der realen Sorgen und Probleme derjenigen, die in Dresden seit vielen Jahren am Machen sind, ein schlecht gewählter Scherz aus dem Marketing. In den Ohren der couragierten Stadtgestaltern und Stadtgestalterinnen, die jüngst ihre Räume verloren haben oder vermehrt darum bangen müssen, kann ein derartiger Spruch nur zynisch klingen.“

Dem Sukuma arts e.V. ist zumindest ein Dach überm Kopf, in Form eines Büroraums gegönnt. Doch auch wir mussten zuschauen, wie lebendige Orte für Veranstaltungen des Umundufestivals weichen mussten. Jedes Jahr aufs neue suchen wir für unsere Projekte händeringend nach für die Öffentlichkeit gut zugänglichen, bunten, kreativen, gemeinwohlorientierten Räumen und haben dabei so einige harte Rückschläge erlebt.

Eine nachhaltige und enkeltaugliche Stadtentwicklung braucht Orte des Miteinanders, die nicht den Gesetzen des Immobilienmarktes gehorchen. Orte an denen wir sozial-ökologische Praktiken ausprobieren können: von der Selbsthilfewerkstatt übers Mehrgenerationenhaus bis hin zum Gemeinschaftsgarten. All dies braucht eine lebendige Bürgerschaft und die lebt von Wirk- und Entfaltungsraum für eine nachhaltige und sozial gerechte Stadtentwicklung. Wir packen da gern mit an, wenn uns der Raum dafür geboten wird. Das wäre echte Partizipation.

Wir Sehen in der Bewerbung zur Kulturhauptstadt 2025 eine gute Chance, wichtige Fragen einer nachhaltigen Entwicklung, die Teil der Arbeit von Sukuma arts sind, in den Diskurs einzubringen. Sukuma ist deshalb Mitglied im eigens gegründeten Kulturhauptstadt-Verein, doch hoffen wir auf einen Partizipationsprozess auf Augenhöhe, sowie die dazu nötigen Grundlagen, um die Stadt gemeinsam gestalten zu können.

Weil auch wir das Gefühl haben, dass es im Zentrum des urbanen Geschehens enger und stadtgesellschaftlich eintöniger wird, schließen auch wir uns der Kampagne Na dann machen wir mal an. Dresden kann mehr sein als ein abgeschlossener, musealer Ort einer Stadtplanung von oben.

„Immerhin wird in der Fortschreibung des integrierten Stadtentwicklungskonzeptes  »ZUKUNFT DRESDEN 2025+« davon gesprochen, dass die kommunale Grundstücksstrategie weg von dem Verkauf nach Höchstgebot hin zu einer zukunftsgerichteten, nachhaltigen Flächenvorsorge umgestaltet werden muss – der Wille von Politik und Verwaltung, Stadt aktiv zu gestalten, scheint also vorhanden. Nun gilt es diesen Willen umzusetzen. Was wir brauchen, sind Taten und greifbare, transparente und am Gemeinwohl orientierte Projekte zur koproduktiven Baulandentwicklung.
Wenn wir über Räume sprechen, verhandeln wir letztlich um die Entscheidung, wer in dieser Stadt bleiben darf und wer gehen muss. Es geht um Existenzen und die verbleibenden Lebens- und Wirkräume städtischer Gesellschaft. Was wir in der Öffentlichkeit verhandeln müssen, setzt bei den Prämissen an, nach denen Flächen in Zukunft vergeben werden.“

Was fehlt, ist Wirk- und Entfaltungsraum für eine nachhaltige und sozial gerechte Stadtentwicklung.Was es dafür braucht, ist eine neue, transparente und am Gemeinwohl orientierte Boden- und Mietenpolitik, sowie Modellprojekte koproduktiver Stadtentwicklung.

Wir von Sukuma arts e.V. sehen das ganz genauso und stehen hinter dem Konglomerat e.V. und sind dabei offen für einen lebendigen Diskurs rund um das Thema.
Na dann machen wir mal.

Für Hintergrundinformationen und Pressetermine wenden Sie sich bitte an email hidden; JavaScript is required">Felix Rüdiger vom Konglomerat e.V. (0162 8049514)
Pressefotos finden Sie unter: http://konglo.org/presseNDMD