BFD in unserem Verein

Bundesfreiwilligendienststelle im Verein

: Bist Du in einer beruflichen Umorientierungsphase oder möchtest Du Dich für Bildung im Bereich nachhaltiger Entwicklung engagieren und dazulernen? Dann bist Du genau richtig bei uns. Sukuma arts e.V. sucht ab 1.10.18 eine*n Bundesfreiwillige*n zur Unterstützung im Bereich

Vereinskoordination:

Hier erhältst Du einen Einblick in Vereinsarbeit, Verfassen eines Newsletters, Websitebetreuung, Organisation von Veranstaltungen, Moderation von Gruppen, Arbeit mit Freiwilligen, Spendenakquise etc. Natürlich kann je nach Deinen Fähigkeiten und Wünschen auch in andre Bereiche geschnuppert werden.

Sukuma setzt seit 2006 erfolgreich Projekte der Bildung für nachhaltige Entwicklung um. Im Mittelpunkt stehen dabei der Kompetenzerwerb für nachhaltiges Handeln im Alltag sowie Fragestellungen zur Aus- und Mitgestaltung eines sozial-ökologischen Wandels im Sinne des Agenda21-Programms und der Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs). Die*der Bundesfreiwilligendienstleistende unterstützt die Planung und Umsetzung von Projekttätigkeiten, die Menschen auf kreative Art und Weise zu mehr Nachhaltigkeit im Alltag bewegen. Dabei steht uns ein breites Bündnis an Netzwerkpartner*innen zur Seite. Wenn auch Du ein Teil unseres lebendigen Teams sein möchtest, dann schicke uns jederzeit eine Initiativbewerbung.

Wir freuen uns über eine*n motivierte*n Bewerber*in, die*der sich für Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) begeistert, Spaß an der Arbeit im Team hat und sowohl gemeinschaftlich als auch eigenständig Lösungen für anstehende Herausforderungen und Probleme entwickeln kann. Du bringst eine positive und konstruktive Kommunikationskultur mit, bist sicher im Verfassen zielgruppengerechter Texte und hast einen vertrauten Umgang mit den gängigen Software-Programmen. Besonders freust Du dich auf die Bildungsarbeit mit Jugendlichen und Erwachsenen. Von Vorteil wäre es, wenn Du in diesem Bereich bereits Erfahrungen und Interesse hast. Bewerber*innen mit Beeinträchtigung werden bei ansonsten gleicher Eignung bevorzugt eingestellt.

Voraussetzung für einen Bundesfreiwilligendienst ist ein Mindestalter von 27 Jahren. Die Vergütung einer Bundesfreiwilligendienststelle beläuft sich auf 200 € Taschengeld plus dem aktuellen Regelsatz zur Grundsicherung (HartzIV). Außerdem bist Du während Deiner Dienstzeit sozialversicherungspflichtig versichert und erhältst einen Ehrenamtsausweis, mit dem Du bei vielen Kultureinrichtungen Ermäßigung erhältst. Weitere Infos findest Du hier. Telefonisch kannst Du uns unter 0351/ 792 8081 kontaktieren.

Bewerbungen nehmen wir noch bis 22.07.18 an.

Umundu Festival in den Startlöchern

Umundu Festival in den Startlöchern

Es könnte so schön sein

Im zehnten Jubiläumsjahr wird das Umundu gemeinsam mit Expert*innen und Besucher*innen aus verschiedenen Perspektiven nach möglichen Zukünften Ausschau halten, die dem Prinzip der Nachhaltigkeit folgen oder die uns bereits als „best practice“-Beispiele motivieren. Wo sind all die Utopien hin? Wenn ihr mehr dazu hören, sehen, fühlen und schmecken wollt, kommt am 26.8. zum Markt der Utopien in‘s Riesa Efau, vom 28.bis 30.09. mit dem Symposium ebendort und ab 1.10. zur Festivalwoche dresdenweit.

Picknickkino in Progess

Im Gemeinschaftsgarten sitzen viele Menschen auf einer Picknickdecke und schauen sich einen Kinofilm an.
Sommerkino im Hechtgrün

Wir haben euch bei Facebook gefragt, welchen der zwei erfolgreichsten Filme des letztes Festivals ihr in der lauschigen Atmosphäre eines Gartens nochmal sehen möchtet. Unter allen Teilnehmenden der Umfrage haben wir ein Buch aus unserem Fundus verlost. Das Ergebnis war knapp: „My Stuff“ wurde Anfang Juni kostenlos im Gemeinschaftsgarten Hechtgrün gezeigt und hat 150 Menschen auf den Picknick-Decken zusammengebracht. Trotz ein paar Tröpfchen Regen gegen Ende, eine rundum gelungene Veranstaltung. Dem soll auch hier mit einem großen Dankeschön an das Hechtgrün für Garten-zur-Verfügungstellung und Bemmen schmieren Rechnung getragen werden. Werden wir auf jeden Fall nochmal machen, also haltet die Augen und Ohren offen, damit ihr es nicht verpasst.

Programm in Progress

Es handelt sich um eine Eintrittskarte für ein nachhaltiges Festival.
Das Umundu Festival Ticket 2018

Die Anmeldungen für die Festivalwoche sind seit Ende Mai abgeschlossen. Nun wird gedrückt und geschoben, gedreht und gezerrt. Gleichzeitig ist die Planung für das Symposium in vollem Gange und an der angemessenen Optik wird freudig gefeilt. Ende August wird alles im Programmheft vereint auf eurem Frühstückstisch liegen. Aber auch vorher wird sicherlich der ein oder andere Programmpunkt durchsickern. Unsere stamm- und abenteuerlustigen Gäste haben sich bereits online
Tickets
gesichert.

Der nächste „Must“-Eintrag im Kalender ist unser Markt der Utopien am 26.08. im Innenhof des Riesa Efau. Von 13 bis 18 Uhr stellen lokale Initiativen interaktiv ihre Arbeit und Inspiration für die Zukunft vor. Damit ihr genug Freiraum für eure Ideen habt, versuchen wir gerade die Straße nutzbar zu machen.
Die Hitze hat unser „Pie in the sky“-Format zu einer verfrühten Sommerpause genötigt , weshalb wir die Zeit nutzen und unsere Gedanken fließen lassen, wie wir nochmal dicker auftragen können. Bleibt dran, wir teilen rechtzeitig mit, wie es weitergeht.

Personen in Progress & Unterstützung gesucht

Bleiben Wir freuen uns, dass Katja nun ein Teil des Kern-Teams geworden ist und im Bereich Ehrenamt, Markt und Festivalwoche, sowie an den vielen anderen Baustellen weiter mitwirkt
Ein Stück mitwachsen Ende Juni ist Wiebke regulär aus dem Teamnest Richtung Leipzig ausgeflogen, wir bedanken uns alle sehr für die starke Unterstützung im ganzen vergangenen Jahr. Anna ist im Juni und Juli unsere Praktikantin. Ab August übernimmt Lisa dann den Stab.

Ihr wollt das Umundu- Festival aktiv unterstützen? Ihr packt gerne an oder habt Lust mit der Kochgruppe den Kochlöffel zu schwingen und leckere vegane Rezepte kennenzulernen? Meldet euch bei email hidden; JavaScript is required. Wir brauchen euch!

Streetfood in der Markthalle

Streetfood in der Markthalle

Frühlingsedition 22. April 2018

Auch 2018 haben wir uns wieder zur Aufgabe gemacht, Bildung mit Genuss zu verbinden und über 20 Streetfood Anbieter*innen aus Dresden und Umgebung in die Neustädter Markthalle eingeladen. Dieses Mal haben wir uns besonders über ein paar neue Gesichter gefreut, wie beispielsweise „Susi Sorglos“, die mittlerweile ihre veganen Gerichte auch regelmäßig auf dem Wochenmarkt am Alaunplatz anbietet. Aber auch alte Bekannte, wie der Stand zum Glücklichen Wetterhahn – bekannt vom allerersten Gang im September 2015 – waren dabei.

Eine Besucherin des Marktes kauft eine Kostprobe bei einem Showkoch ein.
Onkel Franz bespielten wieder einmal unsere Show Küche im Herzen der Markthalle

Einblicke in die Hintergründe umweltschonender, gesunder und fairer Ernährung gab es unter anderen durch Stände der Lebensmittelretter oder des BUND – welcher zusammen mit uns auch den Markt auf der Bühne eröffnete. Workshops (z.B. Samenbomben basteln und Portemonnaies aus Tetra Packs basteln) und Vorträge (Plastikfreies Leben) rundeten den Tag auf spannende, informative und abwechslungsreiche Weise ab.
Zufriedene Standbetreiber*innen, positives Feedback satter Besucher*innen und schönstes Wetter lassen uns auf einen gut besuchten und gelungenen Streetfood Markt zurückblicken und wir freuen uns schon auf die nächste Ausgabe im Herbst.

Sukuma Award: Das Ende vom Anfang

Sukuma Award: Das Ende vom Anfang

1.Klappe, die Letzte!

„Auf Anfang – und bitte“ sagte Potsdamer Regisseur Thomas Frick sehr häufig zu uns im Mai. Es hat sich gelohnt, denn nun haben wir die Dreharbeiten zu den diesjährigen Sukuma Award Spots unter dem Motto „Dein Urlaub hat Gewicht – Nachhaltiges Reisen“ abgeschlossen.

Ein Schauspieler wird beim Dreh am Flugzeugnotausgang mit einem Laubbläser benebelt.
Filmdreh Dresden Mai 2018 in Stölln

Bei traumhaftem Hollywood-Wetter haben wir mit dem/r Schauspieler*in Christian Mark und Katja Rogner an der Elbe gepicknickt und sind mit der „Lady Agnes“ – eine IL-62 der ehemaligen DDR-Luftfahrtgesellschaft Interflug – in Stölln durchgestartet. Auch in Leipzig ließ uns das Wetter nicht im Stich und wir verwandelten ein Einfamilienhaus mit Badeteich in eine Filmkulisse, um eine Invasion von Tourist*innen und das Schlachtfeld, welches sie mitunter hinterlassen, filmisch einzufangen. Dabei unterstützte uns zum wiederholten Male die Leipziger Schauspielerin Annett Sawallisch sowie unzählige Statist*innen aus der freien Theaterszene vor Ort. Chemnitz bleibt uns in Erinnerung, weil wir mit tollen Action-Szenen sowie mit dem unschlagbaren Schauspieler*innen-Dreiergespann um Isabelle Weh, Michael-Paul Milow und Anne Diedering den betrieblichen Alltag im Reisebüro am Rosenhof ganz gründlich durcheinanderbrachten.

Zwei Kunden kippen vom Hocker im Reisebüro.
Filmdreh Chemnitz Mai 2018

Die Dreharbeiten sind für uns ein Projekthöhepunkt und jedes Jahr sind wir aufs Neue dankbar für so viel Unterstützung und Engagement. Ohne unser Filmteam um ravir film GbR, Thomas Frick und zahlreiche ehrenamtliche Unterstützung wäre die Umsetzung des Sukuma Awards undenkbar.

Wer die brandneuen Sukuma Spots, nach den Premieren in Leipzig, Chemnitz und Dresden miterleben möchte, den laden wir recht herzlich zur Vorführung am 6. August beim Palaissommer ein.

Mehr Fotos der Dreharbeiten findet ihr auf Facebook.

2. weitere Premierentermine:

Sukuma Award Premiere Filmnächte Chemnitz: 28.07.18
Sukuma Award Premiere Filmnächte am Elbufer Dresden: 26.07.18

3. neues Jahresthema:

In einer mehrheitlichen Abstimmung in der Louise 93 wurde nun auch bereits das neue Fokusthema für das Jahr 2018 festgelegt. Unter vielen interessanten Themenvorschlägen hat sich das brandaktuelle Thema „Digitalisierung und Automatisierung“ durchgesetzt. Die Recherche im Team läuft nun auf Hochtouren. In Leipzig hat bereits der erste Infostand auf der Ökofete, dem größten Umweltfest Mitteldeutschlands, stattgefunden. Es bleibt also spannend!

4. Nominierung für einen Filmpreis

Filmdreh Beerdigung in Dresden 2016

NaturVision Filmfest ist ein Nachhaltigkeitsfilmfestival, welches vom 19. bis 22. Juli 2018 Filme zu Nachhaltigkeit, Kurzfilme zum Thema Plastik sowie Tier- und Naturdokus zeigt.
Für die Wettbewerbskategorie „Die Unendlichkeit des Plastik“ wurde der Sukuma- Award Spot „Die Beerdigung“ aus 250 Einsendungen, als einer von zehn Kurzfilmen nominiert und ist in Ludwigsburg auf der Leinwand zu sehen.

Wir werden selber vor Ort sein und auch an dem Workshop zum Thema „nachhaltige Filmproduktion“ teilnehmen und neue Erkenntnisse sowie Informationen in unseren Projektalltag integrieren.

 

Stories of Change- Auftakt 2018

Stories of Change- Auftakt 2018

Nachhaltig Wirtschaften? – Change by Design not by Desaster!

Seit diesem Jahr möchten wir neben lokalen Initiativen – die sich für einen sozialen, ökologischen und ökonomischen Wandel in Sachsen einsetzen – auch Unternehmer*innen zum Thema „Nachhaltig Wirtschaften?“ vor die Kamera holen. Seid gespannt, welche Nachhaltigkeitsvorbilder unser Filmteam diesen Sommer begleiten wird. Die Premieren finden wieder Anfang Oktober während des Umundu-Festivals in Kooperation mit dem Klimaschutzstab der Stadt Dresden statt.

Am 03.05.2018 fand unsere Auftaktveranstaltung zum Thema „Nachhaltig Wirtschaften? – Change by Design not by Desaster!“ im Impact Hub statt.
Ungefähr 100 Interessierte – darunter auch Aktive lokaler Initiativen und lokale Unternehmer*innen – wurden über Wege und Potenziale des nachhaltigen Wirtschaftens miteinander in den Austausch gebracht.

Ein Referent hält einen Vortrag.
Andreas Huber- Club of Rome

Andreas Huber (Geschäftsführer der deutschen Gesellschaft Club of Rome) eröffnete den Abend mit einer motivierenden Rede zur Notwendigkeit des alternativen Wirtschaftens. „Wir stellen heute die Weichen für die Welt, in der unsere Kinder in 20 Jahren leben werden. Die Menschen, die dann leben, werden auf unsere Generation schauen und fragen: ‚Was hast du getan?‘ Jeder muss entscheiden, wie er oder sie von den künftigen Generationen gesehen werden will: Als Verhinderer oder als Veränderer?!“

Mit einem kurzen Straßeninterview von der Hauptstrasse in Dresden wurden die Teilnehmenden auf die anschließenden Murmelrunden eingestimmt. “Was fällt dir zum Thema Nachhaltigkeit ein?“„Welche Geschichten des Wandels aus Dresden kennst du?“

Danach konnten alle Gäste an Thementischen mit Nachhaltigkeitsexpert*innen, lokalen Initiativen und Unternehmer*innen, welche einen Wandel in der Wirtschaft bereits aktiv mitgestalten, in den Austausch treten.

Am Thementisch „Nachhaltig Starten mit Crowdfunding“ erläuterte Lilli Landmann (Startnext) die Möglichkeit für junge Startups, Ideengeber und Tüftler, ihre Projektidee von der „Crowd“ auf Erfolg und allgemeines Interesse testen zu lassen. Bei Crowdfunding handelt es sich um eine demokratische Form der Kapitalbeschaffung zur Umsetzung von Projektideen. Es herrscht eine sehr hohe Transparenz durch regelmäßige Updates des Projektverlaufs. Crowdfunding ermöglicht bereits zu Beginn einer Unternehmung, eine finanzielle Unabhängigkeit von großen Investoren.

Das Publikum unterhält sich.
Die Murmelrunde

Am Thementisch „Perspektivenwechsel – Nachhaltigkeit braucht Überzeugung“ lud Manuel Lenk (Business Coach/Potenzialspezialist) die Teilnehmer*innen zu einem Rollenspiel ein. Die Teilnehmer*innen erkannten schnell, dass unterschiedliche Kompetenzstufen und Motive als Ausgangslage für das eigene Handeln dienen und zugleich auch für einen möglichen Wandel und Veränderung verantwortlich sind. Die wichtigste Erkenntnis war, dass wir – nur in dem wir aufeinander zugehen – wirklich zuhören und den anderen mit seinen Motiven und Vorstellungen verstehen können. Zudem wurde klar, dass solange ich intuitiv etwas falsch mache (unbewusste Inkompetenz), ich mir auch keiner Schuld bewusst bin und keinen Veränderungswillen entwickle. Erst mit der Erkenntnis einer falschen Intuition (bewusste Inkompetenz), mache ich mich auf die Suche nach einer Lösung (bewusste Kompetenz) und integriere es, meinen Werten und Motiven entsprechend in mein Leben (unbewusste Kompetenz). (Gutes Beispiel: Coffee to go– Becher)

Am Thementisch mit Toni Kiel (plant values) wurde über Unternehmenskultur und Wege zur Transformation in Unternehmen gesprochen. Hier waren auch das Startup nu+cao dabei und andere Mitarbeiter*innen von Kleinunternehmen, die von ihren Erfahrungen sprachen, Nachhaltigkeit am Arbeitsplatz selbst einzubringen. Toni Kiel unterstrich, dass Nachhaltigkeit mehr als ein einzelnes Produkt, eine Umweltkampagne oder mal ein MitarbeiterInnen-Programm sein soll. Nachhaltigkeit muss in den Köpfen der Menschen bei der täglichen Arbeit im Unternehmen und auch beim Blick auf das Unternehmen stattfinden. Unternehmen sind Teil der Gesellschaft und zugleich jeweils eine eigene Gesellschaften (GbR, UG, GmbH, AG)! In Gesellschaften bilden sich Kulturen heraus, also „Systeme von Regeln und Gewohnheiten, die das Zusammenleben und Verhalten von Menschen leiten“. Die meisten Unternehmen stellen Regeln bzgl. Nachhaltigkeit auf. Das bedeutet jedoch Stress und Druck für Mitarbeitende und Kosten für das Unternehmen. Es braucht schrittweise Veränderungen, Partizipation auf Organisations- und Entscheidungsebene. Erfolgreiche Mischformen wie Holokratie, in der selbstverantwortliche Bereiche gebildet werden und Verantwortlichkeiten rotieren sowie demokratische Entscheidungsprozesse wurden am Beispiel von Soul Bottles, Einhorn-Kondome oder Premiumcola beschrieben. Wichtig ist es, die Wertebasis – das Selbstverständnis eines Unternehmens – gemeinsam zu entwickeln, dann leitet sich daraus auch alles andere ab. Als Beispiel nannte Toni Kiel das „Shared Vision“ Konzept des Herstellers von Outdoor-Bekleidung Patagonia, wo Unternehmen, Mitarbeiterinnen und Kundinnen die gleiche Vision verfolgen.

Eine Frau hält 6 bunte Luftballons in der Hand.
Moderatorin Esther Heinke

Silke Hohmuth und Christiane Demmler von der GWÖ-Regionalgruppe Dresden übernahmen die Workshopleitung zum Thema „Gemeinwohl-Ökonomie aus der Praxis“. Die Gemeinwohl-Matrix wurde vorgestellt. In der Vorstellung der GWÖ, ersetzt ein Bruttoglücksprodukt das Bruttoinlandsprodukt. Menschenwürde, Solidarität, ökologische Nachhaltigkeit, Demokratie werden mit einer Gemeinwohlbilanz Silke Hohmuth und Christiane Demmler eines Unternehmens und seiner Berührungsgruppen bewertet. Das Ziel des Wirtschaftens ist das Gemeinwohl. Nach dem kurzen Impuls eröffnete Silke Hohmuth eine lebendige Diskussion über die Frage: Welche Veränderung wünscht ihr euch für ein gutes Leben in Dresden, angelehnt an die Werte und aus Sicht der Berührungsgruppen der Gemeinwohl-Matrix?

Prof. Edeltraud Günther vom PRISMA/TU-Dresden: Zentrum für Nachhaltigkeitsbewertung und -politik beantwortete an ihrem Thementisch vor allem die „Frage WIE rechnet sich Nachhaltigkeit?“ und erklärte an Beispielen, wie alternative Geschäftsmodelle aussehen können. Dabei ging sie auch auf die Chancen und Herausforderungen der Nachhaltigkeit für die sächsische Industrie ein und formulierte 12 Thesen. Ziel der dem PRISMA zugrunde liegende Analyse ist es, Sachsen auf die anstehenden Herausforderungen vorzubereiten, um damit verbundene Potentiale zu nutzen. Die Transformation durch die Landespolitik sollte bereits heute aktiv gestaltet werden, um den Freistaat Sachsen in einem sanften Strukturwandel nachhaltig weiterzuentwickeln.

Eine Referentin diskutiert mit den Teilnehmern des Workshops an einem großen Tisch.
Workshop mit Lilli Landmann

Am Abend wurden viele inspirierende Vorbilder vorgestellt und gezeigt, dass nachhaltiges Wirtschaften sehr wohl geht. Oft erwies sich ein nachhaltiger Ansatz auch als ökonomischer, wenn man z.B. an Kreislaufwirtschaft statt Wegwerfen denkt. Das Achten weiterer Kriterien (siehe GWÖ), weg vom Streben eines BIP-Wachstums, rückt mehr und mehr in die Wahrnehmung von Unternehmen. Doch leider wird meist das „Falsche“ belohnt und es ist damit sehr teuer, das „Richtige“ zu tun. Der politische Rahmen muss sich ändern. Die Basis allen nachhaltigen Handelns werden die Überzeugung und die Aha-Effekte jedes Einzelnen bleiben, die können dann auch andere Unternehmensstrukturen erschaffen. Das Narrativ muss sich ändern und man soll auch „Mensch sein“ dürfen. Dieser Wandel erfordert Selbst-Bewusst-Sein, um einen Perspektivwechsel überhaupt zu zu lassen. Kulturwandel erfolgt nicht durch Ergebnisse, sondern im Prozess und durch einen (meist mühsamen) Diskurs.

Komm in unser Filmteam!

Ein Zusammenschluss von professionellen Filmschaffenden und Laien unterstützt uns jährlich bei der Produktion von inspirierenden Filmen fürs Kino, Social Media, Straßenkinos und bundesweiten Film- und Kunstfestivals. Möchtest du eine Wandelgeschichte für SOC verfilmen oder ein bestehendes Filmteam diesen Sommer bei den Drehs unterstützen?

Melde dich bei Anne: email hidden; JavaScript is required oder 017663046322.

Stories of Change wurde 2017 mit dem Preis Lokale Agenda 21 für Dresden ausgezeichnet und ist jetzt für den Deutschen Engagementpreis nominiert.

Fotografin: Katharina Grottker

Utopien zum Mitmachen

Umundu- Festival: Utopien zum Mitmachen

Es hat sich einiges getan in der letzten Zeit…

Nicht nur das Logo des Umundu Festivals zeigt sich in einem neuen Design, auch an dem Konzept des diesjährigen Umundu- Festivals wurde kräftig gefeilt. In dem 10- jährigen Jubiläum dreht sich im Oktober 2018 alles um Utopien. Das besondere an dem Fokusthema ist, dass ihr euch bei der Ausgestaltung des Programms noch intensiver mit einbringen könnt. Dazu wird es am 26. April einen Beteiligungsworkshop in der Grünen Ecke am Bischofsweg geben, zu dem ihr herzlich eingeladen seid um eure Ideen und Aktionen zum nachhaltigen Wandel vorzustellen. Wie immer sind auch in diesem Jahr die Koordinatoren noch auf der Suche nach interessanten Beiträgen für das Symposium sowie für die Festivalwoche. Möchtet ihr auch gern mal als Redner im Rampenlicht stehen oder euer nachhaltiges, innovatives Unternehmen auf dem Festivalmarkt präsentieren? Dann meldet euch auf der Website des Umundu- Festivals einfach an. Dort findet ihr auch weitere Infos und News.

Auf dem Foto ist ein Mann zu sehen, der eine Rede hält.Einen besonderen Veranstaltungstipp möchten wir euch natürlich nicht vorenthalten. Morgen Abend findet nun endlich der lang ersehnte Vortrag von Stephan Lessenich mit anschließender Podiumsdiskussion im Deutschen Hygiene- Museum Dresden statt. Der Direktor des Instituts für Soziologie an der Ludwig-Maximilians-Universität in München, der im Jahr 2016 das Buch „Neben uns die Sintflut“ veröffentlicht hat, berichtet über den Klimawandel und die globale Ungleichheit. Zu Gast wird auch der Klimatologe Stefan Rahmstorf sein. Das Event wird in Kooperation mit der Friedrich-Ebert-Stiftung organisiert. Um eine vorherige Anmeldung per E-Mail an email hidden; JavaScript is required oder Tel. 0351 – 8 04 68 04 wird
gebeten.

Save the date:

  • Neben uns die Sintflut- Klimawandel und globale Ungleichheit:
    19. April 2018 im Deutschen Hygiene- Museum Dresden von 19.00 Uhr bis 21.00 Uhr
  • 3. Beteiligungstreffen- Gestaltung der Festivalwoche:
    26. April 2018 in der Grünen Ecke am Bischofsweg von 17.30 Uhr bis 19.30 Uhr

Zukunftsstadt für einen Tag

Zukunftsstadt für einen Tag

Ein neues Projekt geht an den Start

Was passiert, wenn man große Unternehmen schon heute unter strenge Nachhaltigkeitskriterien stellt, sozusagen die Zukunft „per Knopfdruck“ erprobt?
Nichts weniger als das haben wir mit unserem neuen Projekt „Zukunftsstadt für einen Tag“ vor. In unserem Projekt-Beitrag zum Stadtentwicklungswettbewerb
Zukunftsstadt Dresden
sollen sich zwischen 2019 und 2021 drei Dresdner Kultur- oder Versorgungsbetriebe sowie privatwirtschaftliche Unternehmen dieser großen Herausforderung stellen. Nach einem Jahr der Vorbereitung werden die Betriebe eine Woche lang strenge Nachhaltigkeit erlebbar machen, für die eigenen Mitarbeiter*innen, aber auch für die Öffentlichkeit. Mit Unterstützung von Forscher*innen, Nachhaltigkeitsexpert*innen sowie Unternehmensberater*innen entwickeln sie zudem einen „Transformationsplan 2030“. Die Erkenntnisse sollen auf weitere Unternehmen anwendbar sein und das Konzept eines „Zukunftstages“ auf weitere Akteure übertragbar machen. Wir hoffen nun, dass dieses Konzept die Jury des Zukunftsstadt-Teams ebenso begeistert, wie es uns motiviert. Klarheit darüber werden wir Ende Mai haben. Daumen drücken!

SoC Auftakt 2018 – Nachhaltig Wirtschaften?

SoC Auftakt 2018 – Nachhaltig Wirtschaften?

Change by Design not by Desaster!

In unseren gewohnten Wirtschaftsmodellen liegen die Ursachen aktueller klimatischer und sozialer Krisen. Drängende Zukunftsfragen mit einem bloßen „Weiter so!“ zu beantworten, wäre fatal. Wir stoßen an unsere natürlichen Grenzen und brauchen dringend Erfolgsgeschichten anderer Wirtschaftsweisen.

SoC 2018 sucht Geschichten des Wandels aus der Wirtschaft

Ein Abend mit lokalen Unternehmer*innen und genannten Expert*innen aus den Bereichen Unternehmensberatung, Nachhaltigkeitsbewertung und Crowdfunding. Lokale Initiativen und Interessierte, die das dringende Gefühl eines Wandels in der Wirtschaft verspüren, sind herzlich eingeladen.

Wir sehen alle die Notwendigkeit alternativer Wirtschaftsweisen. Geeint in diesem Gefühl stehen wir doch an unterschiedlichen Punkten: Die einen beschreiten bereits Wege, nach welchen die anderen noch suchen. Wertvoll sind an dieser Stelle die Erfahrungen der anderen – ganz gleich, ob es sich um Geschichten des Erfolgs oder der Hindernisse handelt.

An dem Abend möchten wir gemeinsam Wege und Potentiale nachhaltiger Wirtschaftsweisen entdecken und kritisch hinterfragen. Andreas Huber (Geschäftsführer der Deutschen Gesellschaft Club of Rome) wird uns dazu motivieren, Veränderungen als Chance zu begreifen und diese Wege aktiv zu gestalten. In kleinen Gruppen könnt ihr euch dann mit den Nachhaltigkeitsexpert*innen austauschen und mit lokalen Unternehmer*innen und Aktiven vernetzen. Ihr werdet unsere Filmemacher*innen treffen und könnt eure Ideen und Erfahrungen zu nachhaltigeren Wirtschaftsweisen einbringen. Fruchtbare Ansätze verfilmen wir diesen Sommer für Kinos, Festivals und Social Media.

Auf dem Plakat ist ein Geschäftsmann mit einem Pappfisch in der Hand zu sehen.Wann: Donnerstag 03.05.2018 von 19:30 – 22:00 Uhr

Wo: Impact Hub auf der Bayrischen Str. 8

Veranstalter: Stories of Change & Sukuma arts e.V.

Opener: Andreas Huber (Deutsche Gesellschaft Club of Rome)

Weitere Expert*innen: (to be continued)

Der Eintritt ist frei. Wir freuen uns auf Euch!

Zur Volksabstimmung in Ecuador

Gesellschaftsvertrag mit der Umweltbewegung oder Pakt mit der Rohstoffindustrie?

Zur Volksabstimmung in Ecuador über Ölförderung und Minenabbau

Lenín Moreno, der neue Präsident Ecuadors, ordnete eine Volksabstimmung an, um den von seinem Vorgänger Rafael Correa verursachten Schaden nach eigener Aussage wieder „gerade zurichten“, und sich so mit der Zivilgesellschaft und ihren Forderungen zu verbünden. Am 4. Februar dieses Jahres offenbarte eine überwältigende Mehrheit der Ja-Stimmen erneut das Umweltbewusstsein der ecuadorianischen Gesellschaft. Die Fragen zum Thema Umweltschutz erhielten 70 Prozent Zustimmung. Gleichzeitig waren sie so mehrdeutig formuliert, dass sie dennoch eine Ausweitung der Erdölförderung im Yasuní-Nationalpark nach sich ziehen könnten, was die Ausblutung der indigenen Völker des Landes durch den Bergbau bedeuten könnte.

(Übersetzung aus dem Spanischen von Anne Ursinus und Josephine Koch)

Die seit Jahrzehnten bestehende Rohstoffausbeutung in Ecuador hat zu einer immensen Umweltzerstörung geführt. Gleichzeitig zeichnet sich das Land durch eine enorme biologische Artenvielfalt und die Anerkennung des Selbstregierungsrechts verschiedener kultureller Nationen (Plurinationalität) aus. Dies alles schuf ideale Rahmenbedingungen für ein wachsendes Umweltbewusstsein einerseits und Konflikte um die Rohstoffförderung andererseits. Internationale Bekanntheit erlangte z. B. der Prozess gegen den Ölkonzern Chevron-Texaco, die Verteidigung des Gebietes um Sarayaku, der Kampf gegen den Megabergbau und die Erklärung der Rechte der Natur, aber vor allem auch die Yasuní-ITT-Initiative (2007 bis 2013) zum Schutz des Yasuní-Nationalparks.

Nach der enttäuschenden Beendigung der Yasuní-ITT-Initiative durch Präsident Correa zerbrach damit auch eine der wichtigsten und symbolträchtigsten Abmachungen mit der ecuadorianischen Gesellschaft, dem Schutz der Natur Vorrang vor ökonomischen Interessen zu gewähren. Ziel der Initiative war es, die Förderung von 900 Millionen Barrel Erdöl in einem der artenreichsten Gebiete der Welt und Heimat unkontaktierter, indigener Völker zu vermeiden. Correa beugte sich jedoch dem Druck der Rohstoffwirtschaft und offenbarte damit seine wahre politische Strategie: Die ‚Entwicklung’ des Landes zu Lasten des Yasuní-Regenwaldes und seiner BewohnerInnen voranzutreiben.

Das Aussterben der Demokratie

Getrieben von ihrem Unmut über die Erdölförderung im Yasuní-Nationalpark schloss sich eine Vielzahl von EcuadorianerInnen im August 2013 zusammen, um eine Volksabstimmung über folgende Frage zu initiieren: „Sind Sie damit einverstanden, dass das Erdöl im Yasuní-Nationalpark auf unbestimmte Zeit unter der Erde bleiben soll?“. Die Initiative Yasunídos entstand. Nichtsdestotrotz erklärte die ecuadorianische Wahlbehörde die dafür gesetzlich notwendigen, gesammelten Unterschriften fälschlicherweise für ungültig und verhinderte somit die Volksabstimmung. Dies führte zu heftiger Kritik an der Regierung Correa und ihrem autokratischen Regierungsstil. Am Ende der Präsidentschaft Correas blieben die Forderungen der UmweltschützerInnen nicht nur unbeachtet, sie verschärften sich. Infolgedessen war die Präsidentschaftswahl im Februar 2017 für Yasunidos ein wichtiger Moment, um die öffentliche Debatte über den Umweltschutz zu intensivieren.

Neuer Präsident – neue Volksabstimmung

In dieser komplexen Situation entstand die Medienkampagne ‚7 Punkte für die Yasunisierung der Präsidentschaftsdebatte‘. Sie sollte die KandidatInnen unter Druck setzen und auf folgende drängende Forderungen aufmerksam machen: Den Stopp des Megabergbaus, den notwendigen Übergang zum Post-Erdöl-Zeitalter, die dringende Stärkung der direkten Demokratie, eine Amnestie für UmweltschützerInnen, die Verhinderung des Ethnozids an den indigenen Gruppen und die fortschreitende Umweltzerstörung im Yasuní-Nationalpark, die Ablehnung jedweder Tierquälerei, die Sicherstellung der Ernährungssouveränität und den Schutz der Wälder überall im Land.

Als Lenín Moreno das Amt als neuer Präsident Ecuadors antrat, schlug er eine Volksabstimmung über 7 Fragen vor, die am 4. Februar 2018 mehrheitlich mit Ja beantwortet wurden. Inhalt dieser Fragen war z. B. die Aufhebung der unbegrenzten Wiederwahlmöglichkeit des Präsidentenamts, die Neustrukturierung des unter der Vorgängerregierung mangelhaft funktionierenden Rates für Bürgerbeteiligung und soziale Kontrolle oder die Abschaffung des Gesetzes über Kapitalgewinne. Andere Fragen betrafen die Nichtverjährung von Sexualstraftaten, das Verbot der Bekleidung politischer Ämter für Personen, die wegen Korruption schuldig befunden wurden und das Förderverbot von Erzen und Metallen in Schutzgebieten und städtischen Zentren sowie die flächenmäßige Vergrößerung des für unantastbar erklärten Gebietes und eine Einschränkung der Erdölförderung im ‚Block 43‘ des Yasuní-Nationalparks (1). Letztere beiden Fragen sollten dem Bedürfnis des sich nach Gerechtigkeit sehnenden Volks, über die Forderungen der Umweltbewegung abzustimmen, Rechnung tragen. Jedoch fehlte es an einem ernsthaften Bemühen um eine Minderung des blutigen Kriegs gegen den Extraktivismus – einem Wirtschaftsmodell, das zwar die Entwicklung eines Landes fördern soll, aber auf einer hohen Abhängigkeit vom intensiven Abbau natürlicher Ressourcen beruht, welche meist unverarbeitet an das Ausland verkauft werden.

(1): https://www.telesurtv.net/english/news/Yes-Ecuador-Referendum-Correa-20180204-0030.html

Warum werden die Fragen zum Thema Umwelt kritisiert?

Obwohl die Frage über den Yasuní-Nationalpark „Sind Sie damit einverstanden, die unantastbare Zone um mindestens 50.000 Hektar zu erweitern und die von der Nationalversammlung genehmigte Fläche zur Erdölförderung im Yasuní-Nationalpark von 1.030 Hektar auf 300 Hektar zu begrenzen?“ wieder zu mehr nationaler und internationaler Aufmerksamkeit über die Yasuní-Problematik führte und die Diskussion um ein Post-Erdöl-Zeitalter neu entfachte, war die Debatte doch ungenügend. Denn wieder ging es nicht um einen Stopp der 350 Ölbohrungen im ‚Block 43‘ des Yasuní. Die Frage enthielt lediglich eine willkürliche Zahl zur ‚Begrenzung‘ des betroffenen Fördergebietes und zur Vergrößerung der unantastbaren Zone – dem Territorium der indigenen Völker, die in freiwilliger Abgeschiedenheit leben – mit nicht näher beschriebenen Strategien, Maßnahmen und Flächenangaben. Angesichts dieser Ungewissheit verlangte Yasunídos eine Klärung durch das ecuadorianische Verfassungsgericht. Eine Antwort des Gerichts blieb jedoch aus. Bekannt ist allerdings, dass die aktuellen Erdöläktivitäten weit über die genehmigte Fläche hinausgehen.

Auch die Frage zum Minenabbau „Sind Sie damit einverstanden, dass die Verfassung der Republik Ecuador geändert wird, um die Förderung von Erzen und Metallen in Schutzgebieten, unantastbaren und städtischen Zonen (…) ausnahmslos zu untersagen?“ ist mit Hinblick auf den aktuellen, blutigen Kampf gegen den Bergbau in Ecuador unzureichend. Beispiele dafür sind die staatlichen Bergbauprojekte in Tundayme, iNankints, Kutukus, Panantza-San Carlos und Intag, nordwestlich von Quito. Fraglich ist, ob das Ziel dieser Frage tatsächlich darin liegt, die Bergbaukonflikte zu lösen. Tatsächlich schließt die Formulierung der Frage eine Fläche von mehr als 11.000 Hektar (2) geschützter und städtischer Gebiete ein, die sich mit bereits bestehenden Bergbauprojekten überschneiden.

Zugleich führt die Beschränkung der Problematik auf dichtbevölkerte und geschützte Gebiete dazu, dass andere ökologisch und sozial verwundbare Landstriche schutzlos ihrem Schicksal überlassen werden. Dabei handelt es sich um Gemeinden mit weniger als 2.000 EinwohnerInnen oder auch um Biosphärenreservate.

(2): https://geografiacriticaecuador.org/2018/01/19/analisis-del-alcance-de-la-pregunta-sobre-mineria-en-el-referendum/

Das ecuadorianische Volk fordert mehr Ökologie und weniger Extraktivismus

Mit der triumphalen Mehrheit der Ja-Stimmen wird das Umweltministerium ein Gutachten zur Prüfung der Verringerung des Erdölförderungsgebietes im Yasuní-Nationalpark innerhalb von 120 Tagen ab dem 16. Februar 2018 erarbeiten. Das Gutachten soll Sachberichte der Ministerien für Justiz, fossile Brennstoffe und Umwelt enthalten und anscheinend auch die Zivilgesellschaft einbeziehen. Der Versöhnungskurs wird allerdings durch die Tatsache zunichte gemacht, dass der Minister für fossile Brennstoffe am 4. Februar die 11. Ausschreibungsrunde für Erdölfördermaßnahmen mitten im Amazonasgebiet Ecuadors im Urwald bestätigte.

Derweil bleiben Yasunidos und die BefürworterInnen der Umweltbewegung wachsam und kampfbereit. Nach Verstreichen der 120 Tage werden sie eine Erklärung darüber fordern, wo die mindestens 50.000 Hektar zur Vergrößerung der unantastbaren Zone und das Gebiet zur Erdölförderung wirklich liegen. Die tatsächlich betroffene Fläche muss klar bestimmt werden. Es bedarf also eines Plans zur Wiederherstellung des Parks, aber auch zur Verringerung der Erdölfördermaßnahmen, da diese zu Menschenrechtsverletzungen und zur Zerstörung der Natur führen.

Die EcuadorianerInnen haben sich in der Volksabstimmung klar für den Schutz der Natur ausgesprochen. Damit fordert das Volk einen nutzbringenden Pakt mit der Umweltbewegung, nicht mit der Rohstoffindustrie, ein. Es ist ein Aufruf zur gesellschaftlichen Einigung, wie sie laut Verfassung vorgesehen ist, anstelle von hinterhältigen Verwirrungsstrategien, die soziale Konflikte provozieren und eine Zerschlagung der ecuadorianischen Umweltbewegung anstreben.

Elena Gálvez und Jorge A. Espinosa
(Die AutorInnen sind SprecherInnen von Yasunídos)

Sukuma arts e.V. wird die Umweltbewegung in Ecuador wie bisher aufmerksam verfolgen. Fakt ist, dass die Unterstützer*innengruppe in Deutschland weiterhin mit den Aktivist*innen vor Ort an einem Strang ziehen wird.

Headerfoto: Yasunidos

 

Streetfood in der Markthalle im Frühling 2018

Streetfood in der Markthalle im Frühling 2018

Am 28.04.2018 von 12:30 bis 20:30 Uhr in der in der Neustädter Markthalle, Metzer Straße 1 in Dresden

Der große Streetfood-Hype scheint vorbei und diverse andere (nicht nachhaltig-orientierte) Street Food Märkte in Dresden führen vermutlich dazu, dass die Besonderheit einer solchen Veranstaltung abnimmt. Veränderungen gab es bei uns auch innerhalb des SFM-Teams: Im vergangenen Jahr mussten wir uns von einigen Teammitgliedern verabschieden, bei denen es beruflich in eine andere Stadt ging oder andere Schwerpunkte gesetzt werden mussten. Umso mehr freuen wir uns, dass die Lücken, die entstanden sind, schnell wieder mit lieben, motivierten Menschen gefüllt werden konnten. So besteht das Team aus aktuell sieben Leuten: Anni, Annemarie, Antje, Marie-Luise, Lydia, Stephan und Vanessa.

Gemeinsam sehen wir diese Veränderungen als Chance! Unser Alleinstellungsmerkmal möchten wir noch mehr unterstreichen: ausgewählt, regional, nachhaltig – so soll Streetfood in Dresden unserer Meinung nach sein. Im Herbst konnten wir beim Markt das Informations- und Bildungsangebot im Rahmenprogramm ausbauen. Daran soll 2018 angeknüpft werden. Zudem wird es mehr Abwechslung bei den Speisen geben. Rund 20 etablierte Restaurants, Food- Start- ups und Hobbyköch*innen präsentieren ihre handgemachten und kreativen Leckereien. Mit dabei sind Streetfood- Gerichte aus aller Welt, wie kanadische Poutine, japanische Reisdreiecke, indisches Chaat und vegane russische Klassiker. Jeder der Teilnehmenden erzählt dabei seinen eigenen Weg zu mehr Nachhaltigkeit in der Gastronomie. Allen gemeinsam ist, dass sie weitgehend regionale Produkte verwenden und auf Fairness und Saisonalität achten. Mit dem Start in den Frühling ist wieder Zeit für Streetfood in der Markthalle. Wir freuen uns schon auf euch!

Zwei Teilnehmer des Streetfoodmarktes präsentieren ihre Waren.
Foto: Alexander Peitz

Übrigens…

Wir suchen noch Helfer*innen: Hilfe ist überall gefragt, erwünscht und gebraucht, sei es beim Auf – oder Abbau, während des Marktes hinter der Bar oder als Ordnungsdienst. Helfer*innen bekommen hier mehr Infos und können sich anmelden. Während der Schicht könnt Ihr Euch an unserem Backstage-Büffet bedienen. Außerdem gibt es für jede*n fleißige*n Helfer*in eine Essensmarke, mit der Ihr Euch auf dem Markt etwas Leckeres aussuchen könnt.